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Die Rur – Wanderfahrt

huebner | 02. November 2020

Der Staffelstab wurde weitergereicht. Jetzt hat es auch mich erwischt einen Bericht zu schreiben.

Am Sonntag, 18. Oktober stand die Wanderfahrt auf der Rur von Heimbach bis Obermaubach auf dem Plan. Für mich war sonnenklar, dass ich bei der Tour mit dabei bin. In der Voreifel im Kreis Düren bin ich aufgewachsen und auf der Rur habe ich vor Jahren meine ersten Paddelerfahrungen gemacht. Hier habe ich Kehrwasser fahren gelernt und erfahren dürfen, dass das Rurwasser egal bei welchem Wetter und welcher Jahreszeit immer sehr kühl ist. Es ist sinnvoll einen Neoprenanzug zu tragen, falls man die Absicht hat dort ein Bad zu nehmen.
Es ist auch nicht selbstverständlich stets eine Hand breit Wasser unter dem Kiel zu haben, es kann durchaus passieren, dass man mal wieder auf diversen Steinen feststeckt und in Ruhe die Natur genießen und Fotos machen kann, bevor man versucht sich wieder ins Fahrwasser zu bugsieren.
Aber wer jetzt denkt es ist eine langweilige Fahrt die Rur herunter, der irrt.
Je nach Pegelstand ist auf dem Abschnitt zwischen Heimbach und Obermaubach (auch mittlere Rur genannt) die Wildwasserstufe 1 vorhanden. Dies ist für geübte Paddler kein Problem, für die Anfänger aber ab und zu einen kleinen Adrenalinstoß wert, wenn man es weiter vorne wieder mal etwas rauschen hört.
Die Rur entspringt am südwestlichen Rand der Eifel und wird durch zahlreiche Talsperren bzw. Flussstauanlagen reguliert. In den Sommermonaten wird eher weniger Wasser aus den einzelnen Staubecken abgegeben und in den regenreicheren Monaten natürlich mehr, was somit dann auch den Spaßfaktor beim Paddeln erhöht.
Treffen am Bootshaus war bereits in aller Frühe um 8:30 Uhr. Der Bootsanhänger war schnell beladen und dann ging es schon zügig in Corona-gerechten Kleingruppen auf die Autobahn. In Heimbach angekommen wurden erstmal alle Boote und Paddel sortiert. Die Anmeldung am Wohnwagen des Kanu-Verbandes, um eine Kennzeichnungskarte zur Befahrung der Rur zu erhalten, verlief wie immer reibungslos. Unsere Tour führt nämlich durch das Naturschutzgebiet Ruraue, welches nur in einem begrenzten Zeitraum mit begrenzter Anzahl an Booten pro Tag befahren werden darf.  
Die Paddler-Gruppe teilte sich auf, die Einen gönnten sich ungeniert im schicksten Paddler-Outfit einen Kaffee im Dorf am Fuße der Burg Hengebach während die Anderen die Fahrzeuge Richtung Obermaubach steuerten, um dort gegen 11:45 Uhr die Rurtalbahn zurück zu erwischen.
Endlich war es soweit und wir konnten alle aufs Wasser und die 21 km lange Tour konnte beginnen. Der Anweisung von Andreas folgend reihten wir uns alle nacheinander mit Abstand ein und versuchten uns auf den ersten Metern erst einmal nicht fest zu fahren. Kentern hätte hier sehr lustig ausgesehen, denn man wäre auf allen Vieren aus dem Boot gekrochen und hätte den zahlreichen Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Landschaftlich ist es eine sehr schöne Strecke, die Stürme der vergangenen Jahre haben ihre Spuren hinterlassen und es lagen immer wieder umgestürzte Bäume im Fahrwasser. Hier konnte man häufig verschiedene Vögel beobachten, die dort eine kurze Rast einlegten. Sogar mehrere wunderschöne blaue Eisvögel haben wir gesehen, die uns auch ein Stückchen auf unserem Weg begleitet haben. Vorbei ging es an den Ortschaften Hausen und Blens nach Abenden wo wir eine zehnminütige kurze Pause einlegten, um uns kurz ein Stückchen Wurst oder ein paar Nüsse aus den Proviantverstecken aus unseren Booten zu gönnen.
Dann ging es weiter vorbei an Campingplätzen, Kuhherden die sich ein Fußbad in der Rur genehmigten, an Bäumen die bereits ein wunderschönes herbstliches Farbspiel präsentierten oder Nagespuren von Bibern trugen.  Kurz vor dem Dorf Brück gab eine Lichtung den Blick frei auf die Burg Nideggen. Von der Flussseite aus kann man nur den gut erhaltenen Teil der Burg erkennen. Die Ruinenseite kann ich für einen Besuch der Burg Nideggen sehr empfehlen, falls man mal ohne Kanu im Schlepptau in der Gegend sein sollte.
Nach Brück folgt nur noch das Dörfchen Zerkall. Hier gibt es auch die Möglichkeit die Paddeltour zu beenden, aber wir haben uns ja von vornerein entschieden noch die letzten drei Kilometer über den Stausee zu kämpfen. Kurz nach Zerkall hört die Strömung auf und der See beginnt, netterweise gab es keinen Gegenwind. 
In Obermaubach angekommen wurde der Bootsanhänger wieder beladen und man konnte in trockene Kleidung schlüpfen. Bevor der Heimweg kurz nach 17 Uhr angetreten wurde gab es noch das ein oder andere heiße Abschlussgetränk für diejenigen, die etwas ausgekühlt waren oder das leckere Bierchen um den Feierabend einzuläuten.

Ich freue mich schon auf die nächste Wanderfahrt und wünsche Euch stets eine Hand breit Wasser unterm Kiel. Bleibt Gesund!

Eure Katja