1

Neues
aus dem
Verein

Märkische Umfahrt der Kanuten

huebner | 20. Juli 2022

Endlich ging es für mich nach zwei Jahren Pause wieder auf eine Gepäcktour mit dem Kajak. Es sollte auf die „Märkische Umfahrt“ gehen. Laut Literatur und Internet ein ca. 190 km langer Rundkurs auf Spree, Dahme und diversen Kanälen und Seen.

Gepäcktour mit dem Kajak heißt täglich eine Strecke paddeln, das Zelt aufbauen, Essen organisieren, schlafen, aufstehen, eine Strecke paddeln… Das hört sich anstrengend an, ist es auch. Dabei gerät man aber in einen Tagesrythmus, der dann recht entspannend wirkt. Daher mache ich gerne Gepäcktouren.

Peter hatte den Start in Beskow an der Spree festgelegt. So trafen sich dort alle Teilnehmer der Tour. Gustav hatte an dem Tag auch Geburtstag und somit war für die Getränke gesorgt. Auf Monikas und Jürgens Grill wurden Mengen an Würstchen gegrillt. Der Tag war schon mal gerettet.

Am nächsten Tag ging es dann auf die erste Strecke nach Berkenbrück. Schlappe 37 Kilometer auf kaum fließenden Wasser warteten auf uns. Dieter war es morgens schon zu warm und er legte eine kleine Schwimmrunde auf dem ersten Kilometer ein. So erfrischt ging es in die erste Schleuse.

Die Schleusen auf der ganzen Tour waren entweder Handbetrieb, über eine Automatik oder per Anruf beim Schleusenwärter zu bewältigen. Das hat auch immer sehr gut funktioniert. Leider gab es nicht überall Schleusen an den Wehren. Es mussten auch einige Umtragungen erfolgen, die zum Teil recht anstrengend waren.

In Berkenbrück wurden die Zelte aufgestellt und es ging dann schnellstens in das angeschlossene Lokal, um die notwendigen Kalorien wieder zu uns zu nehmen. Im Beisein von Schauspieler Wolfgang Lippert genossen wir das Abendessen.

Morgens ab 04:00 Uhr öffnete der Himmel seine Schleusen. Es regnete wie aus Eimern. Der Regen endete pünktlich, als wir in die Boote stiegen. Zum Glück der einzige nennenswerte Regen im Verlauf der Tour. An diesem Tag ging es bis zum Campingplatz Jägerbude. Dieses mal schlappe 39 km. Allerdings ging der größte Teil der Strecke auf der Müggelspree, die aus meiner Sicht auch mit den schönsten Abschnitt der gesamten Tour darstellte.

Der dritte Tag war dann mit einer kürzeren Strecke (29 km) geplant. Ab jetzt ging es auch mehr über Seen und kanalartige Strecken bis zur Zernsdorfer Lanke.

Besonders war noch ein kleiner Kanal, der Gosener Graben. Hier waren nur Kajaks zugelassen und der Wald um uns herum war vollkommen naturbelassen. Einige Bieberspuren konnten wir dort sehen.

Der vierte Tag (28 km + 6) brachte dann etwas Aufregung in die Truppe. „Max“ war eifrig schon mal vorgefahren. Allerdings in die falsche Richtung. Das ist auf einer Tour über Seen schon mal nicht eindeutig, wo das Wasser „hinfließt“. Übrigens ist es ratsam in der Gruppe mehrere Karten der Tour zu verteilen, falls man sich aus den Augen verliert. Alles rufen und pfeifen nutzte nichts. „Max“ hörte nichts und fuhr unbeirrt in die falsche Richtung. Ein Anruf bei der Wasserschutzpolizei, mit der Bitte ihn an der nächsten Schleuse zurückschicken zu lassen wurde abgesetzt. Wolfgang und ich sind dann hinter ihm her, um ihn auf den rechten Weg zu bringen. Der Rest der Truppe paddelte dann schon mal weiter. Nach drei Kilometern konnten wir ihn dann auf seinen Irrtum aufmerksam machen.

Gemeinsam paddelten wir zur vereinbarten Pausenstelle. Zusammen! paddelten wir dann bis zum Biwakplatz in Märkisch Buchholz. Das war aus meiner Sicht der beste und schönste Übernachtungsplatz der ganzen Tour. Super Aus-/Einstieg, kurze Wege zum Sanitär, sauberes Sanitärhaus, absolute Stille nachts und eine Gaststätte (Pizzeria), die wir so nicht erwartet hatten.

Der fünfte Tag begann mit zwei Umtragestellen, die es in sich hatten. Danach waren es an dem Tag nur 17 km bis zum Neuendorfer See zu paddeln. Ein Erholungstag also.

Der nächste Tag war dann mit 25 km schon wieder länger. Hier gab es eine Besonderheit, die man auch nicht jeden Tag sieht. An der Spreeschleuse Leibsch schleust man erst vom Dahme Umflutkanal in die Spree hoch, um direkt danach in einer anderen Schleuse ein Wehr auf der Spree hinunter zu schleusen. Diese beiden Schleusen bedurften einer manuellen Bedienung, was aber auch mal interessant war.

Der letzte Tag waren dann nur noch 13 km bis zum Ausgangsort Beeskow. Zur Krönung konnten wir einen Seeadler sehen, der kaum zehn Meter über uns hinweg flog.

Am Ende der Tour standen 188 (+6) km im Fahrtenbuch und ich war nach der Woche mal wieder richtig entspannt. Am Montag ging es völlig relaxed zur Arbeit.

Ein Wort zur Tour noch aus meiner Sicht. Die Märkische Umfahrt ist schon toll und durch den Rundkurs auch logistisch gut zu realisieren. Allerdings ist es schon ambitioniert diese Strecke in sieben Tagen zu fahren und so nur gut „trainierten“ und erfahrenen Kajakfahrern zu empfehlen. Man sollte für die Tour eher zehn bis elf Tage vorsehen, um die Strecke auch genießen zu können. Als Vereinsgepäcktour für „alle“ in der Form nicht unbedingt geeignet.

Nachtrag: Ein Wort noch zu den Gaststätten auf der Tour. Auf/an fast jedem Übernachtungsort gab es eine Gaststätte. Das Essen war gut bis sehr gut und dazu meistens auch noch sehr günstig.