1

Neues
aus dem
Verein

Saison 2019-2020, Basketball Herren 1

Simon Gerdts | 22. April 2020

Wie in vielen anderen Sportarten hat Corona auch die Saison der Basketballer unplanmäßig und vorzeitig beendet. Die Entscheidung durch den Westdeutschen Basketball Verband, die Saison mit den jeweils aktuellen Tabellen als Abschlusstabellen zu beenden, führt bei der ersten Herrenmannschaft des SC Bayer zu einem 11ten und damit vorletzten Tabellenplatz welcher im Normalfall zum Abstieg aus der Oberliga führen würde. Da bei noch vier ausstehenden Spielen aber eine rechnerische (und auch durchaus realistische) Chance auf das Erreichen eines Nichtabstiegsplatz bestanden hätte, bleibt beim SC Bayer 05 noch Hoffnung in Form einer in Aussicht gestellten Wildcad für die kommende Saison 2020-2021, doch noch in der Oberliga verbleiben zu dürfen. Damit wäre dann das für die Saison ausgegebene Ziel Klassenerhalt erreicht. Aber auch für den Fall eines Abstiegs könnte man die Saison durchaus als Erfolg bewerten, hat man sich doch insbesondere in der letzten Saisonphase ausgesprochen gut geschlagen und demnach das den Umständen entsprechend mögliche erreicht.

Nach dem letztjährigen Abstieg aus der zweiten Regionalliga, dem Rücktritt bzw. Abgang nahezu aller Leistungsträger sowie dem anschließenden Weggang von Coach John F. Bruhnke stand die abgelaufene Saison unter dem Zeichen des Neuaufbaus. Für diese Herausforderung konnte erst kurz vor den Sommerferien und damit quasi kurz vor Saisonbeginn mit Konrad Beuermann ein Trainer aus den eigenen Reihen gewonnen werden, der sich im Sinne des Fortbestandes der ersten Herrenmannschaft für diese schwierige Aufgabe bereit erklärte. Umso schwieriger, als dass es im Ersten Schritt ohne echten Bestand ein komplett neues Team zusammenzustellen galt („das Feld lag brach“).

Um die beiden verbliebenen Leistungsträger der Vorsaison Baris Yilmaz und Gjavit Ebiballari sowie einige weitere Spieler mit eher kleineren Rollen in der Vergangenheit musste mit Spielern aus der eigenen guten Jugend ein neues schlagkräftiges Team zusammengestellt werden. Leider zeigten sich auch hier wieder einige Schwierigkeiten. So entschieden sich z.B. zwei der größten Hoffnungen des Vereins, ihren weiteren Basketballweg in Düsseldorf bzw. Leverkusen gehen zu wollen. Andere konnten/wollten sich der neuen Herausforderung nicht stellen, weswegen die Zeit bis zum Saisonbeginn primär für die Zusammenstellung einer Mannschaft genutzt werden musste. Schnell stellte sich demnach heraus, dass diese Saison nur eine Übergangssaison werden würde und das einzig überhaupt realistisch zu erreichende Ziel das des Klassenerhalts sein konnte.

Entsprechend holprig verlief dann auch der Start in die Saison. Trotz zweier früher Siege gegen direkte Mitkonkurrenten gegen den Abstieg aus Duisburg und Kamp-Lintfort waren die Leistungen zu inkonstant und die Mannschaft des SC Bayer hatte merkliche Probleme mit dem eigenen Durchschnittsalter von unter 20 Jahren gegen die zum großen Teil gestandenen Herrenteams der Konkurrenz mit-/dagegenzuhalten. So gab es dann auch einige zermürbende hohe Niederlagen. Dies gepaart mit z.T. auch der falschen Einstellung zum Thema Leistungssport innerhalb der Mannschaft ließ schlimmstes befürchten.

Zum Ende der Hinrunde aber sollte sich die Mannschaft dann doch zunehmend besser zusammenfinden und die Kurve bekommen. Endlich nahm die Mannschaft die neuen Konzepte und Ideen des Trainers an, die Führungsspieler wurden ihrer Rolle immer gerechter und die ganz jungen Spieler, z.T. gerade einmal 17 Jahre alt, wussten den körperbetonteren Seniorenbasketball konstanter mitzugehen. Das erste Ergebnis war eine konstantere Leistung, auf dem zum Schluss der Saison der nächste Schritt folgen sollte. Es wurde richtig guter und konkurrenzfähiger Basketball gespielt. Zwar konnte bis auf gegen Duisburg erst einmal kein weiterer Sieg eingefahren werden, dafür wurde aber sogar gegen die besten Mannschaften der Liga, u.a. gegen den Tabellenzweiten TG Düsseldorf, sehr stark dagegen gehalten. Ausreißer nach unten wurden selten bzw. konnten nur noch auf wenige Minuten im Spiel reduziert werden. Die tolle Entwicklung mündete schließlich in einem souveränen Sieg gegen die Black Eagles aus Düsseldorf, einem Team aus dem Tabellenmittelfeld, und einem abschließenden ganz starken Spiel gegen den Tabellendritten aus Mettmann bevor die Saison coronabedingt ihren Abschluss fand.

So endete eine anfänglich durchwachsene Saison mit einer in Summe tollen Entwicklung im Team mit einigen mehr als positiven Überraschungen (insbesondere die drei jüngsten Alexandr Turcanu, Justus Hellmich und in Ansätzen Milton Heckel) zum denkbar undankbarsten Zeitpunkt. Lag doch das Erreichen eines Nichtabstiegsplatzes bei vier ausstehenden Spielen, darunter einem direkten Duell gegen den einen-Sieg-voraus-Tabellennachbarn aus Kaarst und der richtigen sportlichen Entwicklung im Team durchaus im Bereich des Erreichbaren. Nun bleibt nur noch die Hoffnung am grünen Tisch, um auch in der kommenden Saison weiterhin Oberligabasketball in Krefeld anbieten zu können.

(Spieler: Baris Yilmaz, Robin Naber, Gjavit Ebiballari, Kristian Mischkedi, Adrian Neuberth, Jiji Mobadila, Hakim Badaru, Justus Hellmich, Aleks Turcanu, Philemon Gyamaa, Ryan Khechai, Milton Heckel, Vincent Schott; Trainer Konrad Beuermann)