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Triathlon und Handball in Südafrika

Simon Gerdts | 26. Februar 2020

Laura Voß ist eigentlich Triathletin beim SC Bayer 05 Uerdingen. Seit September 2019 unterstützt sie für ein Jahr lang die gemeinnützige Organisation PLAY HANDBALL in Südafrika. Im Folgenden erzählt sie uns etwas über Triathlon und Handball in Südafrika.

Während ich Ende August noch beim Covestro Triathlon an der Startlinie stand, ging es für mich bereits eine Woche später nach Kapstadt. Aufgrund der schönen Landschaft ist es für mich die schönste Stadt der Welt. Es ist aber auch eine Stadt voller Gegensätze zwischen extrem Arm und extrem Reich. Während man das extrem Reich schwerpunktmäßig in Camps Bay findet, merkt man das extrem arm im eigentlichen Stadtzentrum nur, wenn man von Bettlern angesprochen wird. Erst etwas weiter außerhalb findet man die Townships, in denen Menschen mit dem nötigsten Leben. Meine Arbeit bei PLAY HANDBALL zielt darauf ab Kindern aus sozial benachteiligten Gegenden die Möglichkeit zu geben Handball zu spielen und dabei Sozialkompetenzen zu vermitteln. Handball ist in Südafrika eher eine unbekannte Sportart. Dadurch, dass niemand Vorerfahrung mit der Sportart hat, lässt sie sich gut Einführen, da das Ausgangsniveau bei allen Kindern ähnlich ist. Ich bin an drei verschiedenen Grundschulen tätig und unterstütze dort den Sportunterricht (bzw. leite ihn, da nicht jede Grundschule Sportlehrer/innen hat) und biete eine Handball-AG im Nachmittagsbereich an. Im Gegensatz zu Deutschland finden Sportunterricht und Handball ausschließlich draußen statt. Es wird auf Asphalt oder einem Feld gespielt. Das was eben gerade vorhanden ist. Tore sind hingegen grundsätzlich nicht vorhanden, sodass wir beim Training stets improvisieren müssen. Im November hat unser PLAY HANDBALL Team ein großes Turnier, den Supercup, für Schulteams organisiert. Neben Handball wurden dort auch Workshops zu umweltbewussten Handeln angeboten. Ein Video zu unserem Turnier findet ihr hier. Es vermittelt einen guten Eindruck unserer Arbeit. Für weitere Infos oder wenn ihr unsere Projekte durch eine Spende/Freiwilligendienste unterstützten möchtet besucht die Homepage oder folgt play.handball bei Instagram.

Freizeittechnisch bin ich dem Triathlonsport treu geblieben. Seit September bin ich Mitglied im Triathlonverein in Kapstadt. Er ist mit über 500 Mitgliedern der größte Triathlonverein in Südafrika und sehr innovativ und gut organisiert. Von der Mentalität ist kein großer Unterschied zu deutschen Triathleten festzustellen. Letztes Wochenende habe ich meinen ersten Triathlon in Südafrika gemacht. Beim Einchecken fühle ich mich wie ein Anfänger: Die Radständer sind so niedrig, dass ich mein Rad mit den Bremshebeln einhängen muss, die mir zwei Nummern zu großen ausgeliehenen MTB-Schuhe bekomme ich mit den Gummis nicht vernünftig am Rad fixiert und wie beim Ironman gibt es einen Plastikbeutel für die Radsachen, der an den Schwimmausstieg gehängt werden muss. Beim Startschuss ist mir aber wieder alles vertraut und es ist sehr ähnlich zu einem deutschen Triathlon. Wie immer gibt es die Leute, die viel Material und kein Können haben und es fühlt sich gut an mit meinem ausgeliehenen Einsteigerrad an ihnen vorbei zu fahren. Und als es dann im Ziel Erdinger Alkoholfrei gibt muss ich schmunzeln. Insgesamt werde ich zweite Frau auf der Sprintdistanz und die wunderschöne Kulisse des Wettkampfes pusht. Insgesamt pusht die schöne Landschaft nicht nur im Wettkampf sondern auch im Training, sodass ich zukünftig noch ein paar Rennen in Südafrika absolvieren möchte. Mein nächstes Rennen in Deutschland wird Mitte September in Saarbrücken in der 1. Bundesliga für den SC Bayer 05 Uerdingen sein.