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Wildwasser- Herrentour 2022 Lienz Osttirol

huebner | 21. Juli 2022

(JD) Das Ziel der diesjährigen Wildwasser Herrentour sollte eigentlich die Region Mittenwald/ Scharnitz werden. Aufgrund des G7 Gipfels und den einhergehenden Grenzkontrollen durch die Bundespolizei, entschieden wir uns kurzfristig für die Paddelregion Osttirol, um unnötigen Wartezeiten aus dem Weg zu gehen. Schließlich hätten wir rund um Garmisch mehrfach die Deutsch-Österreichische Grenze überquert.

Wir, das sind Andreas, Josch, Jörg, Klaus, Piet, Stefan und Winni, trafen uns am 21.06.22 um 20:00 Uhr zum Packen des Busses und Laden der Boote. Dank der bereits zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden guten Teamarbeit, konnten wir um 21:00 Uhr das köstliche Grillbuffet genießen und im Anschluss gut gestärkt, gegen 22:15 Uhr, nach Lienz aufbrechen.

Schnell noch eine WhatsApp Nachricht an unser achtes Teammitglied Christian verschickt, der dann mit perfektem Timing, direkt aus Stuttgart, zum Treffpunkt vor der Deutsch-Österreichischen Grenze zu uns stieß.

Nach etwa elf Stunden Fahrt erreichten wir am Dienstag gegen 09:15 Uhr Lienz und nahmen als erstes unser Frühstück in einem Café ein.

Das Lienz Team: Andi, Josch, Klaus, Piet, Jörg, Winni, Christian & Stefan

Nach weiterer kurzer Fahrt durch den Ort erreichten wir unseren Campingplatz „Falken“, der fußläufig zur City gelegen ist. Schließlich errichteten wir unser Biwak und machten uns leicht übermüdet an die Planung des ersten Paddeltages.
Ein elf Kilometer langer Abschnitt auf der unteren Isel von Ainet bis zur Mündung in die Drau bei Lienz sollte es werden. Doch bevor es zum Einstieg nach Ainet ging, schauten wir uns die Schlüsselstelle bei der Mündung der Isel in die Drau an. Ein beachtlicher Abfall, mit satten Verschneidungen und fetten Steinen, galt es sicher zu durchfahren.

Fertig machen zum Start

In Flussrichtung rechts, gelang es allen teilnehmenden Kanuten, diesen Teil sicher zu überwinden. Der Rest des Abschnittes war reines Genuss- Wildwasser der Kategorie II-III, ideal um nach teils längerer Pause wieder ins Thema Wildwasser einzusteigen.

Gut gelaunt fuhren wir zurück zum Campingplatz, genossen in Ruhe ein Bierchen und machten uns dann an die Auswahl des Restaurants, in dem wir unseren Abend ausklingen ließen. Die Karte des Adlerstüberl bescherte uns regionale Köstlichkeiten in fester und flüssiger Form. Ein leckeres Eis auf die Hand rundete den kulinarischen Teil des Abends ab. Leicht übersättigt und teils verwirrt machten wir uns auf den Rückweg zum Biwak. Auf halber Strecke bemerkten wir, dass Klausi fehlt. Josch machte sich auf den Weg, um den gestrandeten Kanuten einzusammeln. Glücklich vereint, trafen wir am Zeltplatz ein. Klar, dass wir das noch ein wenig feiern mussten, eine Tatsache die wir sicher beherrschten.

Der Mittwochmorgen brach an, die Sonne lachte und der leckere Duft von frischen Kaffee kam bereits aus dem Shelter hervor. Selbst die Brötchen waren schon geholt. Nun folgte ein täglich sich wiederholendes Ritual. Sonnenplatz suchen, Käffchen trinken und dann ganz entspannt den gedeckten Frühstückstisch genießen.

Frühstück unter freiem Himmel

Die Entscheidung fiel heute auf die Drau, vom Einstieg Leisach-Gries bis Lienz-Peggetz. Eine wunderbare technische WW III Strecke, auf der auch die Kanuslalom Strecke von Lienz vorzufinden ist. Hier macht paddeln einfach nur Spaß. Von einem Kehrwasser zum nächsten, immer die beste Linie im Blick. Eigentlich…Nun gut, einer muss ja schwimmen. Kurzform: Rückwärts den Schwall runter ist vielleicht nicht immer die beste Idee, zweimal versucht zu rollen, schiss inne Buchs, raus aus dem Boot. Keiner schwimmt gerne alleine, sprich an diesem Tag hatten wir zwei Schwimmer zu beklagen und einen echten Hardrocker!! Unser Winni hat dann mal gezeigt, wie es richtig geht. Mega cool und entspannt gerollt, gerade noch rechtzeitig vor dem Stein hochgekommen. So wird’s gemacht!

Winni kurz nach der Rolle

Nach dem Paddeln ging es dann zum Männershopping. Schließlich sollte gegrillt werden. Wir aßen leckeres Fleisch vom Schwäbischen Hofmetzger mit frischem Salat und griechischen Spezialitäten, wie selbst gemachtem Tzaziki und selbst gekauftem Ouzo.

Griechischer Grillabend

Im weiteren Verlauf des Vorabends lernten wir, dass Holland wirklich die geilste Stadt der Welt ist. Etwas erstaunt mussten wir bereits gegen gefühlten 20:00 Uhr eine Reklamation einer niederländischen Camperin entgegennehmen.
Kein Problem für DJ Piet.
Nach kurzer mündlicher Unterweisung, dass wir ja bereits seit Jahren immer den hintersten Platz in der Ecke bekommen und zwar ausdrücklich verbunden mit der Genehmigung, laute Musik zu hören, war die Angelegenheit friedlich geklärt.

Ein guter Zeitpunkt nun auch den geschenkten Ouzo zu verzehren.
Nochmals ein Dankeschön an Petra und Ralf, die somit auch zu diesem schönen Tanzabend beigetragen haben. Irgendwann war auch der stärkste Grieche müde und machte sich auf in seine Koje.

Donnerstag war geplanter Kulturtag. Sprich Klaus, Winni und Jörg gehen wandern, die anderen gehen paddeln.
Böse Zungen behaupteten, dass die euphorische Animation zur Einnahme von Getränken, irgendetwas mit dem Kulturtag am nächsten Tage zu tun habe? Das war natürlich nicht der Fall und völliger Zufall.

Kulturtag am Tristachersee

Alter Schwede, der Abschnitt der oberen Isel St.Johann im Walde bis Ainet, wäre keine gute Alternative zur Wanderung gewesen. Die Isel zeigt sich hier viel breiter mit wuchtiger Strömung. Im Bach gibt es hier und da ein nettes Loch und wenige Kehrwasser. Ein paar Stufen gilt es ebenfalls zu überwinden, hier sollte man klar im Kopf sein.

Josch, Andy, Piet & Christian auf der oberen Isel

Andy, Christian, Josch und Piet rockten die Isel, Stefan machte den Shuttle Bunny und schöne Fotos.

Am Nachmittag trafen wir uns am Tristacher See und genossen einen wunderschönen Tag mit herrlichem Bergpanorama. Für unsere Ruhe suchenden Badegäste gab es nun ein sportliches Rahmenprogramm und natürlich auch etwas zu sehen. Turmspringen, Köpper und Co. begeisterten die Badegäste und die teilnehmenden Kanuten.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz erneutes Männershopping. Zunächst kauften wir in einem 1€ Laden ein paar Schrauben für das Paddelfach des Anhängers, hier hatte sich die Klappe gelöst, die nun wieder ordentlich befestigt werden konnte. Dann noch etwas frisches Gemüse, für die im Anschluss zubereitete Gemüsepfanne. Christian zauberte für uns ein überaus schmackhaftes und sättigendes Abendessen. Herzlichen Dank für diese Grundlage, nun konnten wir auch ganz sicher ein paar Bierchen trinken und lauschige Musik genießen.

Wenn da nicht dieser Fahrradfahrer wäre… Dass die Schweizer alles können außer cool sein, zeigte sich leider am hiesigen Exemplar. Wieder einmal sollten wir zu laut sein, unser Problemlösewart war zu Recht völlig anderer Meinung und teilte dies durch die geschlossene Shelter-Wand mit. Klaus übernahm und kam verzweifelt ins Zelt zurück, dieser Schweizer war nicht zu beruhigen und tatsächlich nicht kompromissbereit. Wir verhielten uns so, wie man sich als guter Kanute im bewegten Wasser verhält, Ruhe bewahren und locker in der Hüfte bleiben.

Freitag waren wir alle heiß auf die Drau und die Kanuslalom Strecke. Nach gewohnt leckerem Frühstück im Freien machten wir uns auf zum Einstieg. Klar zunächst das Auto am Ausstieg platziert und dann hoch nach Leisach- Gries.

Der Spaß war riesig, dieses Mal ohne Zwischenfälle und das Ganze zweimal hintereinander!

Heute hatten wir auch endlich mal die Gelegenheit ein paar schöne Bilder von uns auf bewegtem Wasser zu schießen.

Stefan in Aktion auf der Drau- Slalomstrecke

Nachmittags fuhren wir nochmals hoch zum Tristacher See und verbrachten einen sonnigen Tag mit baden und leckeren Köstlichkeiten der Gastronomie.

Am Abend kehrten wir im Restaurant Kirchenwirt ein. Dieses etwas oberhalb der Stadt gelegene Restaurant erwies sich als gute Wahl, mit exzellenten Speisen und Getränken. Nach einem Regenschauer machten wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz, nach kurzem Stopp auf der Lienzer „Rhenania Allee“.

„One Gösser for the road“ Lienz bei Nacht

Samstag war Abreisetag. Der Plan des Tages stand bereits fest. Zunächst packt jeder seine sieben Sachen so weit zusammen, dass wir nach einer letzten Paddeltour möglichst zügig den Rest des Biwaks abbauen und verstauen können. Es ging nochmals gemeinsam zur oberen Isel nach St. Johann im Walde.
Wie Eingangs erwähnt, hier herrscht Wuchtwasser mit wenigen Stellen zum echten Ausruhen im Kehrwasser. Der Weg aus dem Kehrwasser heraus, sollte mit viel Geschwindigkeit erfolgen, um den Geschwindigkeitsunterschied zwischen Strömung und Kajak, möglichst gering zu halten. Geschwindigkeit bringt Sicherheit, dieser Spruch hat sich nun bei mir eingeprägt.

In einer Hand das Paddel, mit der anderen Hand das Kajak von Christian erfasst, gelangte ich ans Ufer. Mein Boot hatte sich in einem Steinvorsprung verklemmt und wurde mit vereinten Kräften geborgen und entleert. Unverletzt ging es weiter Richtung Ainet. Bis zum Ausstieg mussten wir noch zwei, drei teils mit größeren Steinen verblockte Schwalle überwinden.
Eine Rolle unter erschwerten Bedingungen legte Andy hin, im nachfolgenden Kehrwasser verschnauften wir etwas und machten uns auf die letzen Kilometer, dieses Abschnitts.

„One Gösser for the road“ Lienz bei Nacht

Nun gab es Zeit, das Biwak final abzubauen und gut zu verstauen. Gegen 14:00 Uhr brachen wir auf in Richtung Uerdingen. Wir verabschiedeten uns von Christian, der noch ein paar Tage in Lienz verbrachte und fuhren Richtung Grenze Kiefersfelden.

Hier angekommen mussten wir uns noch einer kleinen und freundlichen Kontrolle der Bundespolizei unterziehen. Glücklicherweise hatte der kontrollierende Beamte sehr großes Verständnis für den Kanusport und insbesondere für Uerdinger Kanuten.

Gegen 02:00 Uhr in der Nacht waren wir endlich am Bootshaus, fest entschlossen, mit diesem Team ein weiteres Abenteuer im nächsten Jahr zu bestreiten.

Wir danken uns gegenseitig für:
Die Unterstützung, immer gute Stimmung, sau leckeres Essen, gute Getränke und Gespräche, Tanzeinlagen mit Musik, jede Menge Spaß und bleibenden Erlebnissen auf, im und neben dem Wasser.